| Die Körperzelle | Die Nervenzelle | Das Gehirn | Ordnen der Dinge | Innere Ordnung | Äußere Ordnung |
| Mag.ª Ingeborg Rauss - Über meine Arbeit | |||||||||||||||||||
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Seit 2004 beschäftige ich mich mit Ordnungssystemen, die einerseits der Stabilisierung, andererseits der Disziplinierung dienen. Inwieweit Ordnungssysteme als erzwungene Ordnung und somit als Lähmung der Selbstbestimmung zu begreifen sind, muss jeder Einzelne für sich selbst herausfinden. Denn Leben bedeutet nicht nur Sicherung dogmatischer Ordnung und Orientierung an der Ordnung, sondern vor allem Partizipation an einem pluralistischen Dialog. Innerhalb dieser Ordnung ist der Mensch bemüht, immer komplexere Formen anzunehmen und zu mehr Bewusstsein zu gelangen, wobei er selbst als komplexes System Teil einer Hierarchie von Organisationsebenen ist und in kausaler Wechselwirkung einerseits mit den Naturgesetzen und andererseits mit den kulturellen Errungenschaften steht. Schon 1996 stellte ich die Fragen
Das war die Geburtsstunde der Auseinandersetzung mit der Körperzelle, der eine intensive Bearbeitung des Themas Gehirn folgte. Das Gehirn ist für mich zum Zeitpunkt der Geburt keine Tabula rasa, sondern ein a priori in Form einer Urinformation. Im Zusammenhang mit der Urinformation im Gehirn entstand der Raster in meinen Arbeiten. Die Vielfalt von Informationen werden im Gehirn abgespeichert und vernetzt. Diese Vernetzung wird durch weitere Raster sichtbar. Daraus resultieren eine Vielzahl von Fenstern, die einen Blick in die innere Welt erlauben. Nicht nur unser Organismus wird durch die Ordnung der Zellen am Leben erhalten, sondern auch die soziokulturellen und soziopolitischen Einrichtungen funktionieren wie Zellen. Damit wandte ich mich der äußeren Welt zu. Ausgehend von Fenstern innerhalb eines imaginären Rasters schuf ich mittels der Geometrie Muster im Sinne von Modellen, die auf unterschiedliche Ordnungssysteme in unserer Gesellschaft hinweisen. Diese Ordnungssysteme stehen so lange in einer Beziehung zu den Fenstern, deren Inhalte Dinge sind, bis die Fenster vollständig aufgelöst sind und nur mehr die Ordnung übrig bleibt. Meine Frage lautet: Lassen uns die Prinzipien der mannigfaltigen Ordnungssysteme genug Freiraum für eine individuelle Entfaltung? Meine Arbeiten weisen den Weg von der Körperzelle über das
Gehirn zu den Ordnungssystemen und verweilen derzeit dort, wo Mensch,
Ordnung und Chaos einander gegenüberstehen. Zu berücksichtigen
ist, dass jede Ordnung gleichzeitig auch das Prinzip des Chaos in sich
trägt, das viele Gesichter haben kann: wie etwa Widerstand gegen
die Anpassung in den vorgegebenen Zivilisationsstandard, Affektdämpfung
und Triebregelung. Ob der Mensch und die durch ihn geschaffene Ordnung
in einer harmonischen Wechselbeziehung steht, ist von Fall zu Fall neu
zu hinterfragen. |
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